Als große Möglichkeit sehe ich die Begleitung der ärztlichen Arbeit in der Psychotherapeutischen Medizin durch unsere Tiere am Mauritiushof. Die “Tiergestützte Psychotherapie” entwickelt sich weltweit rasant und findet dabei große wissenschaftliche Beachtung. Der grundsätzlich positive Einfluß der Tiere auf den Menschen ist durch viele Studien belegt. Zum Beispiel haben Tierbesitzer nach einem Herzinfarkt eine 5 fach (!) höhere Überlebensrate als Menschen ohne Haustiere.
In der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Medizin sind Tiere besonders wertvoll, da sie wertfrei, direkt und unmittelbar mit uns in Beziehung treten - auch auf der körperlichen Ebene Nähe, Geborgenheit, Wärme und Gefühle spontan vermitteln.
Darüber hinaus spiegeln die tierischen “Co-Therapeuten” unser menschliches Beziehungsverhalten sofort wertfrei wieder, reflektieren deshalb auch unmittelbar jede positive Weiterentwickung des menschlichen Beziehungspartners. Ein altes Sprichwort lautet: Schaue in die Augen deines Pferdes und du wirst wissen, wer du bist.
Gerade Pferde eignen sich auf Grund der hohen sozialen Wahrnehmung eines Herdentieres ausgezeichnet für die therapeutische Arbeit, da sie sehr fein auch auf unterschwellige Stimmungen, Gefühle oder die unbewußte Körpersprache eines Menschen reagieren. Pferde reagieren “ehrlich”, aber sie kränken uns nicht. So fällt es uns leichter, unsere eigene Reflexion zu akzeptieren und uns letztlich zu verändern. Aber auch das Getragenwerden auf dem warmen Pferderücken aktiviert alte Mutter/Kind Erfahrungen und schult die eigene Körperwahrnehmung. Pferde passen sich dem jeweiligen menschlichen Beziehungspartner sofort an, vermitteln dem Ängstlichen Schutz und Geborgenheit, dem Angespannten und Aggressiven begegnen sie mit Distanz. Nicht umsonst galt die klassische Reitkunst und Pferdeausbildung früherer Zeiten vor allem als “Schule für uns Menschen”.
Einsatzgebiete sind die ärztliche psychotherapeutische Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern, Suchtpatienten, psychosomatisch kranken Menschen, Angstpatienten, depressiven Menschen und vieles mehr.
Am Mauritiushof stehen unsere verschiedenen Tiere wie Pferde, Ponys, Ziegen, Hunde und Katzen zur gemeinsamen Arbeit innerhalb der psychotherapeutischen Medizin zur Verfügung. Jedes einzelne mit seinem einzigartigen Charakter und Wesen, aber auch gemeinsam als Gruppe und Herde, in die es sich in irgendeiner Form zu integrieren gilt. Gerade für die Kinder und Jugendlichen stellt die tiergestützte Form psychotherapeutischen Arbeitens eine wertvolle, erlebnisreiche und gerne angenommene Therapie dar, aber auch der erwachsenen Mensch findet um vieles leichter Zugang zu seinen Themen und Problemen.
Ich freue mich sehr über die so positive Resonanz jener Menschen, die diese tolle Bereicherung der ärztlichen Arbeit erlebt haben und mir dadurch die Motivation geben, diesen Weg trotz vielem Aufwand und Mühen ständig weiter auszubauen.